Metall biegen – verschiedene Verfahren für präzise Umformungen

Blech wird für der Fertigung von Bauteilen verschiedenen Verfahren unterzogen. In vielen Anwendungen müssen Metallteile gebogen oder gekantet werden, damit sie später ihre vorgesehene Funktion erfüllen können. Ganz egal ob Gehäuse, Halterungen, Verkleidungen oder Profile, das Umformen von Blech gehört in der modernen Metallbearbeitung ganz einfach dazu.

Je nach Material, Bauteilgeometrie und Anforderung kommen dafür unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, mit deren Hilfe das Metall gebogen wird. Ziel ist es natürlich, das Werkstück möglichst präzise in die gewünschte Form zu bringen, ohne dabei seine Materialeigenschaften unnötig zu beeinträchtigen.

Mit diesen Verfahren lassen sich Bleche in unterschiedlichsten Winkeln formen. Je nach Konstruktion sind einfache Kantungen ebenso möglich wie komplexe Geometrien mit mehreren Biegelinien. Auch Rohre oder Profile können umgeformt werden, wobei hierfür meist spezielle Maschinen und Werkzeuge eingesetzt werden.

Biegen und Abkanten – was ist der Unterschied?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Biegen und Abkanten häufig gleichbedeutend verwendet. Allerdings wird Biegen eher als Oberbegriff für alle Verfahren verwendet, bei denen Metall durch eine kontrollierte plastische Verformung in ein Werkstück umgeformt wird. Dabei wird das Material dauerhaft umgeformt, ohne dass es getrennt oder zerspant wird. Das Abkanten von Metall dagegen ist eine spezielle Unterart des Biegens. Diese Unterart zeichnet sich dadurch aus, dass ein flaches Blech mit einem klar definierten Winkel versehen wird.

Die wichtigsten Biegeverfahren

Es gibt viele verschiedene Anforderungen, zum Einsatz kommen daher unterschiedliche Biegeverfahren. Welches davon eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Materialstärke, der Bauteilgeometrie und der Stückzahl ab.

Schwenkbiegen

Beim Schwenkbiegen kommen drei verschiedene Wangen zum Einsatz. Erst wird das Blech gegen die sogenannte Unterwange gedrückt. Die Oberwange spannt daraufhin das Blech dagegen. Als Abschluss kommt dann die Biegewange zum Einsatz, diese biegt das Blech, damit es den erforderlichen Winkel erhält.

Rollbiegen

Das Rollbiegen ist eine Sonderform des Schwenkbiegens. Hier ist es aber so, dass sich die Biegewange um ihren Drehpunkt bewegt. Gleichzeitig wird die Schwenkbewegung durchgeführt. Die Biegewange kann dadurch am Blech abgerollt werden. Dieses Verfahren wird vor allem dann eingesetzt, wenn gebogene oder runde Formen hergestellt werden sollen.

Gesenkbiegen

Beim Gesenkbiegen wird ein Stempel in eine passende Matrize gedrückt. Dadurch erhält das Werkstück seine gewünschte Form. Dieses Verfahren gehört zu den am häufigsten eingesetzten Methoden in der industriellen Blechbearbeitung und eignet sich sowohl für Einzelteile als auch für Serienfertigungen.

Heißbiegen

Einige Werkstoffe oder Materialstärken lassen sich im kalten Zustand nur schwer umformen. In solchen Fällen wird das Material vor dem Biegen gezielt erwärmt. Durch die höhere Temperatur sinkt der Umformwiderstand, sodass auch anspruchsvollere Geometrien realisiert werden können.

Automatisierung sorgt für Präzision

Die moderne Blechbearbeitung wird heute zunehmend automatisiert. Robotersysteme übernehmen das Be- und Entladen von Maschinen sowie die Positionierung der Werkstücke. Dadurch lassen sich Fertigungsprozesse beschleunigen und gleichzeitig eine hohe Wiederholgenauigkeit erreichen.

Ein weiterer Vorteil automatisierter Anlagen besteht in ihrer Flexibilität. Viele Systeme können innerhalb kurzer Zeit auf unterschiedliche Werkstücke oder Kleinserien umgerüstet werden und eignen sich damit auch für wechselnde Produktionsanforderungen.

Effiziente Umformtechnik bei Wurster

Auch die Walter Wurster GmbH setzt natürlich auf verschiedene Umformverfahren. Moderne Robotersysteme unterstützen die Fertigung, entlasten die Mitarbeiter und ermöglichen eine präzise Bearbeitung unterschiedlichster Bauteile. Kurze Rüstzeiten sorgen dafür, dass sowohl Serienproduktionen als auch individuelle Kundenanforderungen problemlos innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden können.

Das passende Verfahren für jede Anwendung

Das Biegen von Metall gehört zu den grundlegenden Fertigungsverfahren der Metallverarbeitung. Unterschiedliche Varianten ermöglichen es, Werkstücke so exakt herzustellen, wie sie von den Kunden gewünscht werden. Die Kombination aus moderner Maschinentechnik, automatisierten Prozessen und fachlichem Know-how sorgt dafür, dass selbst anspruchsvolle Umformaufgaben präzise, schnell und effizient umgesetzt werden können.

Foto: wurster-online.de

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