In sicherheitsrelevanten Bereichen gehört der Schutz der Mitarbeiter zu den wichtigsten Anforderungen überhaupt. Besonders dort, wo mit Bargeld, Wertgegenständen oder wichtigen Dokumenten gearbeitet wird, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen absolut zuverlässig funktionieren. Banken sind dabei ein klassisches Beispiel, doch auch Behörden, Botschaften, Sicherheitsunternehmen oder bestimmte Industrieanlagen setzen heute auf spezielle beschusshemmende Sicherheitstechnik.
Um festzustellen, ob solche Produkte im Ernstfall auch wirklich den erforderlichen Schutz bieten, reichen Herstellerangaben allein nicht aus, darauf ist nicht immer Verlass. Anders sieht es aber bei Produkten aus, die genormte Prüfverfahren durchlaufen und bestanden haben und über eindeutig definierte Beschussklassen verfügen.
Geprüfte Sicherheit statt netter Versprechen
Beschusshemmende Bauteile wie Fenster, Türen oder Durchreichen müssen im Ernstfall extremen Belastungen standhalten. Ob ein Produkt diese Anforderungen überhaupt erfüllt, wird unter genau definierten Bedingungen geprüft. Erst nach erfolgreich bestandenen Tests wird es einer bestimmten Beschussklasse zugeordnet.
Dadurch erhalten Planer, Architekten und Betreiber eine verlässliche Grundlage für die Auswahl geeigneter Sicherheitselemente für ihre Projekte. Je nach Einsatzbereich können aber unterschiedliche Schutzklassen erforderlich sein, denn nicht jede Anwendung benötigt denselben Sicherheitsstandard.
Die Bedeutung der Norm EN 1522
Für beschusshemmende Bauteile gilt in Europa die Norm EN 1522. Sie legt fest, wie Bauelemente geprüft und klassifiziert werden. Dazu gehören unter anderem:
- Fenster
- Türen
- Durchreichen
- Rollläden
- Trennwände
- Schiebemulden
Die Prüfung für die Einstufung in die passende Beschussklasse erfolgt unter genau definierten Bedingungen. Dabei werden unterschiedliche Waffen- und Munitionsarten eingesetzt, um die Widerstandsfähigkeit der Konstruktion bewerten zu können.
Verfügt das Bauteil auch über Glas, kommt zusätzlich die Norm EN 1063 zum Einsatz, das Bauteil muss also zusätzlich die Anforderungen dieser Norm erfüllen. Sie regelt die Anforderungen an beschusshemmendes Sicherheitsglas und ergänzt die Gesamtprüfung des jeweiligen Produkts.
Beschussklassen und Splitterschutz
Die geprüften Produkte werden in sieben Beschussklassen eingeteilt. Je höher die Klasse, desto höher ist auch der Schutz gegen leistungsstärkere Waffen und Munition.
Neben der eigentlichen Beschusshemmung wird auch untersucht, wie sich das Material auf der geschützten Seite, also der Innenseite, verhält. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Frage, ob beim Beschuss gefährliche Splitter entstehen, die schlimmstenfalls Menschen verletzen können, die sich dahinter befinden. Die Prüfergebnisse werden deshalb mit einem zusätzlichen Kennzeichen versehen:
NS (No Splinters) – kein gefährlicher Splitterabgang auf der geschützten Seite
S (Splinters) – Splitterabgang wurde festgestellt
Gerade in Bereichen mit Publikumsverkehr spielt dieser Aspekt eine wichtige Rolle, da Glassplitter selbst dann Verletzungen verursachen können, wenn das Projektil das Bauteil nicht vollständig durchdringt.
Sicherheitslösungen von Wurster
Die Walter Wurster GmbH entwickelt Sicherheitselemente, die je nach Einsatzbereich mit unterschiedlichen Beschussklassen ausgestattet werden können. Dazu gehören unter anderem Durchreichen, Schiebemulden und weitere Übergabesysteme für sensible Bereiche.
Durch die Anwendung der geltenden europäischen Normen entstehen Lösungen, die an die jeweiligen Sicherheitsanforderungen angepasst werden können, von Standardanwendungen bis hin zum Hochsicherheitsbereich.
Beschussklassen schaffen Transparenz und Sicherheit
Beschusshemmung ist keine Eigenschaft, die sich auf den ersten Blick erkennen lässt. Erst standardisierte Prüfverfahren zeigen, welches Schutzniveau ein Produkt tatsächlich bietet.
Die europäischen Normen EN 1522 und EN 1063 sorgen dafür, dass die Sicherheit von Produkten objektiv bewertet werden kann. Beschussklassen schaffen also eine verlässliche Grundlage für die Planung und Auswahl geeigneter Sicherheitstechnik, und zwar überall dort, wo der Schutz von Menschen und Sachwerten oberste Priorität hat.
Foto: wurster-online.de

[…] auch zusätzliche Sicherheitsmerkmale notwendig sein. Dazu gehören beispielsweise einbruch- oder beschusshemmende Konstruktionen und entsprechende […]