Entgraten – warum saubere Kanten bei Metallteilen wichtig sind

Mit dem Schneiden, Stanzen oder Fräsen eines Metallteils ist die Bearbeitung in den meisten Fällen noch längst nicht abgeschlossen. An Schnitt- und Bearbeitungskanten können kleine Materialüberstände entstehen, die auf den ersten Blick recht unscheinbar wirken. Für die weitere Verarbeitung und die Qualität des fertigen Bauteils können sie jedoch eine sehr große Rolle spielen. Diese unerwünschten Rückstände werden als Grat bezeichnet und können nur durch einen zusätzlichen Arbeitsschritt entfernt werden, der als Entgraten bezeichnet wird.

Das Entgraten gehört heute zu den wichtigen Verfahren der Metallbearbeitung. Es sorgt nicht nur für saubere Kanten, sondern schafft erst die Voraussetzung dafür, dass ein Werkstück problemlos weiterverarbeitet oder verwendet werden kann.

Wie entsteht ein Grat?

Grate können bei unterschiedlichen Fertigungsverfahren entstehen. Besonders häufig treten sie beim Stanzen, Schneiden, Fräsen oder Bohren auf. Bei diesen Verfahren wird das Material mechanisch belastet oder getrennt, wodurch sich schnell an den Bearbeitungskanten kleine Überstände bilden können.

Wie stark diese ausgeprägt sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben dem verwendeten Werkstoff spielen beispielsweise die Materialstärke, der Zustand der Werkzeuge und auch die jeweiligen Bearbeitungsparameter eine große Rolle. Eine sorgfältige Abstimmung des Fertigungsprozesses kann die Gratbildung zwar deutlich reduzieren, aber vollständig vermeiden lässt sie sich meistens nicht.

Mehr als Schutz vor scharfen Kanten

Metallteile, die über scharfe Kanten verfügen, können nicht nur Verletzungen verursachen, sondern auch während weiterer Fertigungsschritte und bei einer späteren Montage oder Nutzung problematisch sein.

Es ist wichtig, dass Werkstücke sauber bearbeitet werden, denn so lassen sie sich beispielsweise besser montieren, und sie können auch für nachfolgende Oberflächenbehandlungen vorbereitet werden. Auch bei Bauteilen, die später sichtbar bleiben, spielt eine gleichmäßige Kante eine wichtige Rolle für das Erscheinungsbild.

Schleifen, Verrunden und Gleitschleifen

Für das Entgraten stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Welche davon geeignet ist, richtet sich nach Größe, Form, Werkstoff und dem gewünschtem Ergebnis.

Flache oder bereits gekantete Bleche können maschinell bearbeitet werden. Dabei lassen sich störende Grate entfernen und die Kanten gleichzeitig schleifen und verrunden. Wichtig ist aber immer, dass bei der Bearbeitung kein neuer sogenannter Sekundärgrat entsteht, der dann ebenfalls wieder entfernt werden muss.

Für kleinere Werkstücke eignen sich unter anderem Gleitschleifverfahren. Dabei werden die Teile gemeinsam mit speziellen Schleifkörpern bearbeitet, sodass auch größere Mengen an Kleinteilen gleichmäßig nachbearbeitet werden können.

Unterschiedliche Oberflächen für unterschiedliche Anforderungen

Auch die Walter Wurster GmbH bearbeitet sowohl Stahl als auch Edelstahl und setzt dabei unterschiedliche Varianten für die Nachbearbeitung ein. Das Spektrum reicht vom Entgraten über das gezielte Kantenverrunden bis hin zum Hochglanzpolieren. Welche Bearbeitung sinnvoll ist, hängt immer davon ab, welche Anforderungen das fertige Bauteil erfüllen soll.

Ein kleiner Arbeitsschritt mit großer Wirkung

Das Entgraten mag im Vergleich zum Schneiden, Stanzen oder Abkanten wie ein nebensächlicher Fertigungsschritt erscheinen. Für die Qualität eines Werkstücks ist es jedoch häufig entscheidend.

Saubere und gleichmäßige Kanten erhöhen die Sicherheit bei der Handhabung, erleichtern weitere Fertigungsschritte und tragen zu einem hochwertigen Endergebnis bei. Damit ist das Entgraten ein gutes Beispiel dafür, dass in der Metallverarbeitung nicht nur die eigentliche Formgebung zählt, sondern ebenso auch die sorgfältige Nachbearbeitung.

Foto: wurster-online.de

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