Automatisiertes Abkanten – wenn Präzision besonders wichtig ist

Ein einzelnes Blechteil exakt nach Zeichnung zu fertigen, ist eine Sache. Sollen jedoch zehn, hundert oder noch mehr Bauteile entstehen, kommt eine weitere Herausforderung hinzu. Jedes Werkstück muss so exakt wie möglich dem vorherigen entsprechen. Abweichungen können zu Problemen führen, selbst wenn sie sehr gering sind. Gerade beim Abkanten können bereits sehr kleine Abweichungen Auswirkungen auf spätere Montageschritte oder die Passgenauigkeit einer Baugruppe haben.

Die moderne Metallverarbeitung setzt deshalb zunehmend auf automatisierte Prozesse. Beim robotergestützten Abkanten wird ein bewährtes Umformverfahren mit einer präzisen Automatisierungstechnik kombiniert.

Was passiert beim Abkanten?

Beim Abkanten werden Bleche gezielt entlang einer oder mehrerer Biegelinien umgeformt. Das Material wird dabei nicht getrennt, sondern durch Krafteinwirkung dauerhaft in die gewünschte Form gebracht.

Auf diese Weise entstehen beispielsweise Winkel, Gehäuseteile, Verkleidungen oder Komponenten für komplexere Baugruppen. Aus einer zunächst flachen Blechplatine kann durch mehrere aufeinanderfolgende Kantungen ein dreidimensionales Bauteil entstehen.

Wie das Ergebnis ausfällt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Materialart und Blechdicke spielen ebenso eine Rolle wie der gewünschte Winkel, die Biegelänge und die eingesetzten Werkzeuge. Entsprechend sorgfältig muss der Fertigungsprozess vorbereitet werden.

Wiederholgenauigkeit wird zum entscheidenden Faktor

Besonders in der Serienfertigung genügt es nicht, wenn nur das erste Bauteil den Vorgaben entspricht. Die festgelegten Maße und Winkel müssen über die gesamte Produktion so konstant wie möglich sein.

Automatisierte Systeme bieten hier entscheidende Vorteile. Ein Roboter kann Werkstücke nach festgelegten Abläufen aufnehmen, positionieren und der Biegemaschine zuführen. Die einzelnen Bewegungen lassen sich präzise wiederholen.

Das reduziert gleichzeitig die körperliche Belastung für die Beschäftigten. Gerade große Blechplatinen sind schwer und aufgrund ihrer Abmessungen schwierig zu handhaben. Viele Bleche könnten ohne Kollege Roboter gar nicht bearbeitet werden. Die automatisierte Zuführung erleichtert deshalb nicht nur die Produktion, sondern auch den Umgang mit den Werkstücken.

Flexibilität trotz Automatisierung

Eine automatisierte Fertigung wird häufig vor allem mit sehr großen Stückzahlen verbunden. Moderne Anlagen können jedoch auch bei wechselnden Aufträgen sinnvoll eingesetzt werden.

Entscheidend dafür sind kurze Rüstzeiten. Kann eine Anlage schnell auf ein anderes Werkstück eingerichtet werden, lassen sich unterschiedliche Bauteile und Losgrößen besonders wirtschaftlich fertigen. Automatisierung und individuelle Kundenanforderungen schließen sich deshalb keineswegs aus.

Robotergestütztes Abkanten bei Wurster

Bei der Walter Wurster GmbH unterstützt ein KUKA-Roboter den automatisierten Biegeprozess. Das System kann unterschiedliche Blechformate handhaben und nach Vorgabe Blechplatinen mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm bearbeiten.

Der Roboter übernimmt dabei unter anderem das Zuführen und Positionieren der Werkstücke an der Biegemaschine. Durch die Möglichkeit, das System auf unterschiedliche Fertigungsaufträge umzurüsten, können verschiedene Kundenanforderungen problemlos umgesetzt werden.

Abkanten als Teil moderner Blechfertigung

Das Grundprinzip des Biegens ist keineswegs neu. Verändert haben sich jedoch die Möglichkeiten, den Prozess zu automatisieren und in moderne Fertigungsabläufe einzubinden.

Robotergestütztes Abkanten zeigt besonders deutlich, welchen Nutzen Automatisierung in der Metallverarbeitung haben kann. Schwere Werkstücke können sicher gehandhabt und wiederkehrende Abläufe präzise ausgeführt werden, gleichzeitig ist es möglich, flexibel auf unterschiedliche Aufträge zu reagieren. So wird aus einem klassischen Umformverfahren ein moderner, effizienter Fertigungsprozess.

Foto: wurster-online.de

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